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Einheit 9 — Workflows dokumentieren und übergeben

Was du nach dieser Einheit weißt: Du weißt was dokumentiert sein muss, damit jemand anderes deinen Workflow warten und weiterentwickeln kann — ohne dich fragen zu müssen.


Warum dokumentieren?​

Du baust einen Workflow. Er läuft. Du wendest dich dem nächsten Projekt zu. Sechs Monate später ruft ein Kollege an: „Der Rechnungs-Workflow macht Fehler. Kannst du mir erklären wie der funktioniert?"

Wenn die Antwort ist „den musst du durchklicken und selbst rausfinden" — dann ist der Workflow nicht produktionsreif. Ein Workflow der nicht ohne seinen Erbauer gewartet werden kann, ist ein Risiko.

📹 Video: [Platzhalter — Szenario-Video: Ein Kollege übernimmt einen undokumentierten Workflow — Frustration und Zeitverlust vs. ein gut dokumentierter Workflow — sofort handlungsfähig]


Was dokumentiert sein muss​

1. Zweck des Workflows​

Eine ein- bis zweisätzige Beschreibung: Was tut dieser Workflow? Für wen? Warum gibt es ihn?

Beispiel:

„Verarbeitet Eingangsrechnungen die per E-Mail an rechnungen@firma.de eingehen. Extrahiert Rechnungsdaten per KI, gleicht sie mit Bestellungen im ERP ab und bucht bei Übereinstimmung automatisch. Bei Abweichungen wird die Buchhaltung per E-Mail benachrichtigt."

📸 Screenshot: [Platzhalter — Workflow-Beschreibungsfeld in 42°OS: Ausgefüllt mit Zweck, Auslöser und Verhalten bei Fehlern]

2. Auslöser​

Wie wird der Workflow gestartet? Was muss passieren, damit er losläuft?

  • „Wird durch eingehende E-Mail an rechnungen@firma.de ausgelöst"
  • „Läuft täglich um 06:00 Uhr über einen Scheduler"
  • „Wird manuell über das Web-Formular gestartet"
  • „Wird von Workflow XY über Source/Receiver aufgerufen"

3. Abhängigkeiten​

Welche externen Systeme, Credentials und Ressourcen braucht der Workflow?

AbhängigkeitCredentialZweck
ERP-System (SAP)erp-prod-apiKreditor suchen, Bestellung abgleichen, Rechnung buchen
DMS (ELO)dms-prod-apiRechnungs-PDF archivieren
E-Mail (Microsoft 365)m365-prod-graphEingehende E-Mails lesen, Benachrichtigungen senden
SMB Sharesmb-prod-eingangsrechnungenFallback: Rechnungen die nicht per E-Mail kommen

4. Abschnitte und ihre Funktion​

Wenn der Workflow modular aufgebaut ist: welcher Abschnitt (Workflow) tut was?

WorkflowFunktionEingangAusgang
Eingangsrechnung — E-Mail empfangenE-Mail abholen, Anhang extrahieren, nur PDFs durchlassenE-MailPDF + Absender-Info
Eingangsrechnung — Daten extrahierenRechnungsdaten per KI aus PDF lesen, in DB normalisierenPDFStrukturierte Rechnungsdaten
Eingangsrechnung — ERP-AbgleichKreditor und Bestellung im ERP suchen, Betrag prüfenRechnungsdatenBuchungsstatus
Eingangsrechnung — AbschlussRechnung im DMS ablegen, Bestätigung/Eskalation sendenBuchungsstatus + PDF—

5. Bekannte Einschränkungen​

Was kann der Workflow nicht? Wo sind die Grenzen?

  • „Verarbeitet nur Rechnungen mit einer Seite. Mehrseitige Rechnungen werden nicht unterstützt."
  • „Kreditgutschriften werden nicht erkannt und landen in der Eskalation."
  • „Wenn der ERP-Server nicht erreichbar ist, werden Rechnungen in der Warteschlange gesammelt. Die Warteschlange muss manuell angestoßen werden."

6. Ansprechpartner und Verantwortlichkeit​

Wer hat den Workflow gebaut? Wer ist für die Wartung verantwortlich? An wen gehen Eskalationen?

RollePersonKontakt
Erstellt vonMax Müllermax@firma.de
Fachlich verantwortlichBuchhaltung / Frau Schmidtschmidt@firma.de
Technisch verantwortlichIT / Max Müllermax@firma.de
Eskalation geht anFrau Schmidt (fachlich), Max Müller (technisch)—

Wo dokumentieren?​

Idealerweise dort, wo die Information gebraucht wird:

InformationWo
Zweck, Auslöser, EinschränkungenBeschreibungsfeld des Workflows in 42°OS
Agent-ZweckAgent-Name (sprechend benennen, siehe Einheit 5)
Komplexe Agent-LogikBeschreibungsfeld des Agents
Gesamtdokumentation mit Abhängigkeiten, Abschnitten, AnsprechpartnernSeparates Dokument (Wiki, Confluence, DMS, oder Markdown-Datei)
TestfälleSeparater Ordner mit JSON-Testdaten und Test-PDFs

📸 Screenshot: [Platzhalter — Beschreibungsfeld eines Workflows in 42°OS: Zweck, Auslöser und Einschränkungen ausgefüllt]

📸 Screenshot: [Platzhalter — Beschreibungsfeld eines Agents in 42°OS: Erklärung einer komplexen Switch-Bedingung]


Übergabe-Checkliste​

Wenn du einen Workflow an jemand anderen übergibst, gehe diese Liste durch:

  • Zweck und Auslöser sind dokumentiert
  • Alle Abhängigkeiten (Systeme, Credentials) sind aufgelistet
  • Abschnitte und ihre Funktion sind beschrieben
  • Bekannte Einschränkungen sind dokumentiert
  • Ansprechpartner und Verantwortlichkeiten sind geklärt
  • Testfälle sind vorhanden und übergeben
  • Der Empfänger hat Zugriff auf alle benötigten Credentials und Systeme
  • Eine gemeinsame Durchsprache hat stattgefunden (nicht nur Dokument übergeben)

📹 Video: [Platzhalter — Screencast: Einen Workflow übergeben — Dokumentation zeigen, gemeinsam durch den Workflow klicken, Testfall durchlaufen]

tipp

Dokumentation muss nicht perfekt sein. Eine halbe Seite mit Zweck, Abhängigkeiten und Einschränkungen ist unendlich besser als gar nichts.


Weiter: Einheit 10 — Checkliste: Ist mein Workflow produktionsreif?